Computerspiele und die zunehmende Gewaltbereitschaft von Kindern

WIESBADEN Nach dem Amoklauf eines ehemaligen Schülers einer Realschule in Emsdetten (Nordrhein-Westfalen) fragen sich viele Menschen: Wie gefährlich sind Computerspiele wie Counterstrike? Die Befürworter eines Verbots von Gewalt verherrlichenden Spielen sagen, dass diese für die Brutalität von Jugendlichen mitverantwortlich sind. Gegner eines Verbots erklären, ein Zusammenhang von solchen Spielen und der Gewalt an Schulen kann nicht hergestellt werden.
Der Amokläufer, der Ende November mehrere Schüler und Lehrer angeschossen und sich dann selbst umgebracht hat, hatte auf seinem Computer so genannte Killerspiele. Aus diesem Grund sagen viele Experten, dass Jugendliche vor solchen Spielen geschützt werden müssen. Letztlich sei ein Verbot ein sehr gutes Mittel, den Gefahren entgegen zu wirken.
Gegner eines Verbots von Computerspielen erklären, die Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt entstehe nicht in erster Linie durch diese Spiele. Es sei so, dass zum Beispiel Eltern oft zu wenig Zeit für ihre Kinder hätten oder zu wenig darauf achten würden, dass Kinder sich zurückziehen und aggressiv werden. Das Verbot von Computerspielen würde an dieser Situation nichts ändern.
Medienwissenschaftler halten dem eine Langzeitstudie entgegen: Nach einer Studie, die im US-Bundesstaat Michigan durchgeführt wurde, sind besonders Männer, die in ihrer Kindheit viele Gewaltszenen im Fernsehen oder in Computerspielen gesehen hätten, ihren Frauen gegenüber häufiger aggressiv als andere Männer. Die Ergebnisse dieser Studie, bei der über 1 000 Menschen von Geburt an regelmäßig untersucht wurden, stellten Medienwissenschaftler auf einer Tagung im Oktober 2005 in Frankfurt am Main vor. Professor Klaus Neumann-Braun von der Universität Basel fasste das Ergebnis auf der Tagung so zusammen: „Ein Übermaß an Medienkonsum macht Kinder dick, krank, dumm und traurig“. Und mit Blick auf die dabei oft zu sehende Gewalt auch aggressiver.
Elisa Müller, Klasse 8e der Gutenbergschule, Wiesbaden