Redakteursbesuch in der Klasse 8a der „HeLa“

Von
Rüdiger Vogel
In einer Schulklasse ist’s wie im richtigen Leben. Es gibt die zuvorderst Engagierten, die viele Fragen haben und dabei gleichsam Interesse und Sachverstand demonstrieren. Es gibt die Gelegenheitsfrager, die nur ab und an aus sich herausgehen, um zu demonstrieren, dass sie auch noch da sind. Und es gibt die In-Deckung-Geher, die mit einem Thema überhaupt nichts anfangen können oder wollen, und sich – bevor sie womöglich unangenehm auffallen – schweigend bedeckt halten.
Das ist in der Klasse 8a der Helene-Lange-Schule nicht anders. Im Unterricht von Lehrerin Isolde Hupp hatte die Gruppe am Tagblatt-Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teilgenommen und mit der Einsendung einiger Artikel und Bilder gefällige Ansätze journalistischer Kompetenz bewiesen. Jetzt stand der Besuch eines Redakteurs auf dem Stundenplan. Bereits beim gemeinsamen Foto kommt man sich – im wahrsten Sinne des Wortes – näher. Und bei der anschließenden Gesprächs- und Fragerunde beweisen einige Mitglieder der 8a ihr Interesse an den vorder- und hintergründigen Abläufen in einem modernen Zeitungshaus.
Schon auf den hellen und farbenfrohen Korridoren, die in der Helene-Lange-Schule so gar nicht an kasernenartige Flure und Hallen erinnern, ist das Thema „Zeitung“ fast allgegenwärtig. Glanzstück ist die Ausstellung geschichtsträchtiger Titelseiten der unterschiedlichsten Zeitungen aus dem Privatarchiv eines Lehrers. Das Tagblatt ist mit seiner Seite zum Mauerfall vom November 1989 vertreten. Zahlreiche Kollagen und Zeitungsausschnitte dokumentieren die intensive Beschäftigung des „Jahrgangs 8“ der „HeLa“ mit Presse und Journalismus.
In der Fragerunde wird das Interesse an verschiedensten Bereichen deutlich. Manche hinterfragen die redaktionelle Erstellung einer Tageszeitungsausgabe, andere wollen etwas über die technische Seite der Produktion erfahren. Erstellungskosten, Anzeigenpreise, die Papierbeschaffung, der Druck und die Technik und die Beilage von Prospekten und anderen Werbematerialien werden erörtert.
Bei einigen Schülern ist das Interesse am Journalisten- beziehungsweise Redakteursberuf bereits jetzt so ausgeprägt, dass sie sich schon für Praktika beim WT beworben haben oder es demnächst noch tun werden. Dabei ist offensichtlich, dass durch den Unterricht von Isolde Hupp die verschiedensten Facetten und Schwerpunkte der Branche Eingang in die Denkweise der Klassenmitglieder gefunden haben. Dass die Arbeit im Projekt „Schüler lesen Zeitung“ Spaß gemacht zu haben scheint, geht zumindest aus den positiven Reaktionen innerhalb der Fragerunde und dem herzlichen Abschied für den Tagblatt-Redakteur hervor. Frau Hupp sagt zum Abschluss: „Wir bleiben in Verbindung.“ Nun denn, an der Tagblatt-Redaktion soll’s nicht liegen…