FLUGHAFEN Klasse 8E der Martin-Niemöller-Schule Riedstadt darf sich auf dem Vorfeld umschauen

Von Schülern der Klasse 8E der Martin-Niemöller-Schule Riedstadt

FRANKFURT. Die Luft auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens flimmert – mit dröhnender Lautstärke fährt ein Airbus 380 der Lufthansa in 50 Meter Entfernung von 25 Schülerinnen und Schülern auf seine Startposition. Die Klasse 8E der Martin- Niemöller-Schule aus Riedstadt ist zu Gast bei den MASU/ Follow-Me-Services der Fraport AG. Klaus Jaburek, 53 Jahre alt, ist seit 2011 Leiter der Abteilung MASU/Follow-Me-Services und steht den 14-jährigen Schülern zwei Stunden lang für ein ausführliches Interview zur Verfügung. Zur Begrüßung muss dringend geklärt werden, was MASU überhaupt bedeutet: „Movement Area Supervision Unit“, erläutert Jaburek den aufmerksamen Jugendlichen.

Nur drei der 70 Mitarbeiter sind Frauen.

Seit 1989 arbeite er am Frankfurter Flughafen, so Jaburek weiter, und habe immer sehr viel Spaß an der Arbeit gehabt – zunächst als Follow-Me-Fahrer, dann später als Einsatzleiter und nun als Leiter des Bereichs. Ein gutes Team seien sie, und alle Mitarbeiter könnten offen und verständnisvoll miteinander umgehen. Die Einheit ist allerdings sehr männlich dominiert – von 70 Mitarbeitern sind gerade einmal drei weiblich. Die MASU betreut am Flughafen Fahrzeuge aller Art, also nicht nur Flugzeuge und geleitet sie zur vorgegebenen Position. Sie hat Kontrollfunktion und ist das Bindeglied zwischen Tower (Fluglotse) und Pilot im Flugzeug. Außerdem sind die MASUMitarbeiter für die Start- und Landebahnen zuständig, streuen zum Beispiel Sand bei Glatteis, geleiten die Flugzeuge von der Bahn bei Nebel und vergrämen Vogelschwärme. Apropos Vogelschwärme: Auch Jaburek hat bereits mehrere Notlandungen und Startabbrüche wegen Vögeln in Triebwerken erlebt. Zur Abschreckung hat jedes MASUFahrzeug eine Schreckschusspistole dabei – wenn jemand Vögel meldet, begeben sich die Fahrer sofort zu der Stelle und verscheuchen die Tiere. Gearbeitet wird in der MASU im Schichtbetrieb, es gibt eine Früh-, eine Spät- und eine Nachtschicht, sodass rund um die Uhr der Service am Flughafen angeboten wird. Klaus Jaburek arbeitet als Leiter nicht mehr im Schichtbetrieb. „Das ist ein echter Vorteil meiner Leitungsposition“, erklärt er den Schülern. Allerdings gab es in seiner Laufbahn auch schwierige Zeiten, zum Beispiel als seine Mitarbeiter in einen Tarifstreik traten und er vermitteln musste. Die Führung wird nun an einigen Follow-Me-Fahrzeugen auf dem Rollfeld fortgesetzt. 24 Fahrzeuge der MASU sind dauerhaft im Einsatz. Grundsätzlich werden VW T5+T6 Wagen in der Grundfarbe gelb bestellt und dann mit schwarzen Aufklebern verziert, sodass dann die typischen karierten Fahrzeuge entstehen. Ausgestattet werden die Autos mit Funkund Computersystemen, ein Umbau kostet ungefähr 8000 Euro. Um die Follow-Me-Fahrzeuge auf dem Rollfeld fahren zu können, benötigt man zum normalen Führerschein der Klasse B einen speziellen Rollfeldführerschein. „Wie schnell fährt man denn hier so?“, will Yannik, der Klassensprecher der 8E, wissen. Auf dem Vorfeld dürfe man generell nur 30 Stundenkilometer fahren, sagt Jaburek. „Mit eingeschaltetem Rotlicht darf man allerdings auch auf dem Vorfeld unbegrenzt schnell fahren“, sagt Jaburek zwinkernd und schaltet das Licht ein. Denn jetzt wartet noch eine Überraschung auf die Schülergruppe aus Riedstadt. Sie fahren in einem Bus der Fraport AG hinter einem Follow-Me- Fahrzeug mit Rotlicht her und dürfen live dabei sein, als ein ankommendes Flugzeug zu seiner Halteposition auf dem Vorfeld gebracht wird. So viele Eindrücke müssen erst einmal verdaut werden, bei einer Pizza und Apfelschorle klingt der aufregende Vormittag der Schüler mit Blick auf die Rollbahn aus.