Wöllsteiner Grundschüler wählen Lieblingstexte in AZ

Von
Andreas Riechert
Neben Spielen zum Thema Zeitung, der Auseinandersetzung mit Fachbegriffen und fächerübergreifendem Arbeiten steht dabei vor allem das Zeitunglesen an sich im Mittelpunkt.
Die Pinwand der Klasse 4b wird geradezu umlagert. Hochinteressiert wandern die Blicke der „Jungjournalisten“ von links nach rechts. Egal, ob es um den „Artikel des Tages“, die Schlagzeile, das Bild, den Sport oder einfach nur um die Rubrik „Witziges“ geht: Die insgesamt 23 Schülerinnen und Schüler haben die sie individuell interessierenden und angepinnten Themen gut recherchiert und sorgfältig ausgewählt.
Im Zuge des täglichen, halbstündigen „Zeitungsfrühstücks“ geht es laut Klassenlehrerin Silvia Schneider bei der morgendlichen Lektüre in erster Linie darum, die Jungs und Mädels mit dem Medium Zeitung vertraut zu machen: „Die Kids sollen die Zeitung in Ruhe studieren, die für sie besonders herausstechenden Artikel nach Interesse und Kompetenz auswählen und ausschneiden und darüber untereinander auch ins Gespräch kommen.“ Und die Motivation und Begeisterung der zwischen neun und zehn Jahre alten Viertklässler scheint wahrlich keine Grenzen zu kennen. Fragen über Fragen werden an die Lehrerin gestellt, eigens ausgewählte Artikel, Fotos und Beiträge hintergründig und kompetent kommentiert. Um eigene Gedanken zu aktuellen Themen aufschreiben und insbesondere einen persönlichen Bezug zur eigenen Lebenswelt herstellen zu können, erstellt jeder Schüler zudem im Laufe des Projekts seine eigene Zeitungsmappe. Hierbei werden spannende Artikel aus der Welt des Sports, der Wetter-, Lokal- oder auch aus der Rätsel- und Quizseite ausgeschnitten, eingeklebt und mit Kommentaren versehen.
„Es wird heutzutage einfach viel zu wenig gelesen und dieses Projekt innerhalb unserer vierten Klassen ist ein toller und konstruktiver Anreiz, um das zu ändern“, erklärt Silvia Schneider den pädagogischen Aspekt der verschiedenen Aktivitäten.
Zusammen mit ihren Kolleginnen Gudrun McLellan und Karin Herzog aus den Parallelklassen ist es den Lehrerinnen zudem ein besonderes Anliegen, die Schreibfähigkeit der jungen Leute zu verbessern: „Die hier neu erworbenen Fähigkeiten und Anregungen sollen möglichst auch in die jüngeren Klassen, den Freundeskreis und die Familienwelt hineingetragen werden“, hofft die 32-Jährige auf einen nachhaltigen Effekt. Wichtig sei es in erster Linie, den Kindern Vertrauen entgegen zu bringen und sie selbständig arbeiten zu lassen.
Nicole und Fabio sind jedenfalls mehr als angetan von ihren abwechslungsreichen Tätigkeiten: „Ich möchte gerne die Wettervorhersage mit den wirklich eingetretenen Temperaturen vergleichen. Das ist sehr spannend“, berichtet die Neunjährige. Und auch für ihren ein Jahr älteren Klassenkameraden haben die Projekttage ihren Reiz: „Es ist einfach eine schöne Abwechslung zum Unterrichtsalltag“, so Fabio.