Straßmann-Lehrerin Hannelore Schneider beteiligt sich mit achter Klasse sechs Wochen an AZ-Aktion

Frau Schneider, freuen Sie und Ihre Klasse sich auf „Schüler lesen Zeitung“?
Schneider: Ja, die Schüler freuen sich darauf, ebenso wie ich und meine Kolleginnen Frau Tietz und Frau Tirebel, die zwei achte Klassen bei diesem Projekt betreuen. Vor ein paar Jahren habe ich bei der Aktion schon einmal mitgemacht, und ich weiß daher, dass es den Schülern wirklich etwas bringt.
Woran haben Sie das gemerkt?
Schneider: Ich habe festgestellt, dass einige Schüler richtige Entzugserscheinungen bekommen haben, als die Aktion vorbei war und sie nicht mehr jeden Morgen ihre Zeitung erhielten. Für einige ist „Schüler lesen Zeitung“ die erste Begegnung mit der Tageszeitung. Anfangs scheuen sich viele Jugendliche davor, haben Angst, dass sie die Inhalte nicht verstehen. Aber wir können sie heranführen an die Arbeit mit Texten und Themen.
Was auch Anforderungen an die Lehrer stellt…
Schneider: Man muss sich natürlich auf die Schüler einstellen und klassenspezifisch arbeiten. Aber da sind auch meine Kolleginnen – wir unterrichten unsere achten Klassen im Fach Deutsch – sehr engagiert.
AZ-Interview
Warum ist es Ihnen als Pädagogin so wichtig, Kinder mit der Tageszeitung vertraut zu machen?
Schneider: Ich bin der Meinung, dass bestimmte Medien überproportional konsumiert werden – und dazu gehört nicht die Zeitung. Gerade aber die sollte wieder interessant für Kinder werden. Ab der achten Klasse kann man von Schülern durchaus verlangen, dass sie Gelesenes bewusster reflektieren, Nachrichten hinterfragen, aber auch neue Begriffe etwa aus Politik und Wirtschaft kennen lernen.
Zeitung lesen fördert also die Allgemeinbildung?
Schneider: Ja, Allgemeinbildung und Lesekompetenz, aber auch die Fähigkeit, etwas selbst Erarbeitetes zu präsentieren. Die Schüler werden auch Nachrichten und Kommentare schreiben.
Da gibt es eine Menge zu lernen. Aber macht Zeitung lesen auch einfach Spaß? Und wenn ja, was interessiert die Schüler besonders?
Schneider: Es macht Spaß. Man muss die Schüler ans Lesen heranführen; wir werden in den Pausen Lesezeit einrichten, das nehmen Schüler in der Regel schnell an. Die Jungen interessieren sich vor allem für den Sportteil, bei den Mädchen sind es die Panorama-Seite oder auch der Ratgeber, zu denen sie als erstes blättern. Und dann müssen wir ihnen zeigen, dass auch Themen aus Politik und Wirtschaft für sie interessant sein können.
Ihre Schule richtet das Eröffnungsfest aus. Verraten Sie uns, was da passiert?
Schneider: Geplant ist ein kleines Foto-Shooting: Die Schüler werden dafür, mit ihrer Zeitung in der Hand, ein „AZ“ im Schulhof bilden. Und unsere Bläserklasse 6 a gibt ein kleines Platzkonzert. Anschließend wollen einige Schüler bei einem kleinen Frühstück erste Fragen von Verantwortlichen des Projektes beantwortet bekommen. Ein erster Interviewversuch also.
Das Gespräch führte
Kirsten Strasser