AUFTAKT Rund 190 junge Leute aus Oppenheim und Nierstein an Zeitungsprojekt beteiligt

Von
Bergund Hilgers
OPPENHEIM. Rund 190 Schüler des Gymnasiums zu St. Katharinen, der Matthäus-Merian-Schule Oppenheim und der Carl-Zuckmayer-Realschule Nierstein waren gestern an der Auftaktveranstaltung zum AZ-Projekt „Schüler lesen Zeitung“ im Schulhof des Gymnasiums beteiligt. Damit fanden Vorbereitung und Eröffnung des Zeitungsprojektes erstmals schulübergreifend statt.
Da staunten die Oppenheimer Gymnasiasten während der großen Pause nicht schlecht, als plötzlich lauter Trommelwirbel erklang und Marktgeschrei ertönte. „Klinsmann gefeuert, Klinsmanns Zeit bei Bayern abgelaufen“, schallte es über den Schulhof, und zwei Schüler hielten ein passendes Plakat in die Höhe. Ein paar Meter weiter dröhnten Paukenschläge, und ein weißes, mit einem Totenkopf versehenes Banner informierte: „Schweinegrippe – schon 150 Tote!“ Etwas leiser ging es am Rand des Hofes zu, wo eine weitere Schülergruppe den Prototyp für ein fliegendes Auto, den „Fliegenden Holländer“, demonstrierte, der ab 2012 in Serie gehen soll.
Präsentiert wurden hier die Ergebnisse der Projektteilnehmer aus den drei Schulen, die sich in den kommenden sechs Wochen mit ihren Lehrern am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ beteiligen. Aufgabe war es, in einer alters- und schulübergreifenden Gruppe von fünf bis sieben Schülern einen Artikel aus der Zeitung auszuwählen, das Thema innerhalb von 45 Minuten in der Gruppe zu besprechen und Ideen dafür zu sammeln, wie das Interesse der Mitschüler dafür geweckt werden könnte. Nach einer kurzen Probe sollten die Jugendlichen während der Pause unter Mitwirkung möglichst vieler Gruppenmitglieder ihre Aktion vorführen. „Es ist unglaublich schwer, Aufmerksamkeit zu erregen“, berichtet Sebastian (15) aus der Klasse 8a der Matthäus-Merian-Schule. Seine Gruppe hatte versucht, Mitschülern durch Fakten, Zahlen und Informationen in Gesprächen das Thema Schweinegrippe näher zu bringen. „Da will keiner wirklich zuhören“, erklärt er weiter.
„Es gab keine Vorgaben von uns“, erläutert Petra Gradl, die am Gymnasium Deutsch und Sozialkunde unterrichtet. „Durch die gemeinsame Arbeit verlieren die Schüler Berührungsängste und bringen tolle Ergebnisse hervor“, ergänzt sie. Beim abschließenden Treffen in der Mensa bedankte sich Klassenlehrer Olaf Anthes bei allen Mitwirkenden für die ertragreiche Zusammenarbeit. „Das habt Ihr sehr gut gelöst, obwohl die Aufgabenstellung nicht ganz einfach war“. lobte er die Projektteilnehmer.
In den kommenden sechs Wochen erhalten die Schüler jeden Morgen ihr Zeitungsexemplar und werden unterschiedliche Textsorten kennen lernen, inhaltlich arbeiten, die Zeitung mit anderen Medien vergleichen, Themen recherchieren und eigene Texte schreiben. Damit das schulübergreifende Projekt nicht einmalig bleibt, wollen sich auch die Lehrer über den weiteren Verlauf austauschen.