Testlauf bei Bewerbungstraining für Neuntklässler

Ohrringe für Jungs, grelle Schminke oder tiefe Ausschnitte für Mädchen – das geht gar nicht. Zumindest dann nicht, wenn diese vorhaben, sich bei der Sparkasse zu bewerben. Das erfahren die Schüler der Klasse 9a der Regionalen Schule Nieder-Olm von Rita Kowalski, Verkaufstrainerin bei der Sparkasse Mainz. Ihr strenger Blick gleitet durch die Reihen. Zum Glück bestehen alle den ersten „Check“, der so wichtig ist für den ersten Eindruck, für den es ja keine zweite Chance gibt.
An diesem Vormittag hängen alle gespannt an den Lippen der netten Dame, die so interessant von dem erzählt, was alle demnächst erwartet: das Bemühen um eine Ausbildungstelle, angefangen mit dem Schreiben der Bewerbung. „Dass die Bewerbungsunterlagen unsere Visitenkarte sind, hören wir nicht zum ersten Mal“, grinst David mit einem Seitenblick auf Klassenlehrerin Petra Bock, die sichtlich erleichtert ist, dass diese Tatsache bei ihren Schülern in Erinnerung geblieben ist.
Wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, sollte unbedingt pünktlich sein. David soll an diesem Vormittag noch erfahren, wie „Zuspätkommer“ bestraft werden. Unter „echten“ Prüfungsbedingungen geht es an Aufgaben, die unter Zeitdruck zu erledigen sind. Da geht es um logisches Denken, mathematische Kenntnisse und Wissensfragen aus dem Bereich der Wirtschaft. Christian erkennt: „Auf solche Tests kann man sich super vorbereiten, ich habe schon mehrere dieser Art in anderen Broschüren gesehen!“
Um die Klasse optimal vorzubereiten, nimmt sie sich zum Schluss die Zeit, ein Vorstellungsgespräch durchzuzuspielen, das sie mit der Kamera aufnimmt, und im Anschluss von der Klasse angeschaut und analysiert wird. Bei der Ankündigung dieses Vorhabens wird die Klasse erstaunlich still und einige wünschen sich, unsichtbar zu werden. Nur Petra Bock lächelt vor sich hin, sie vertraut darauf, dass die Verkaufstrainerin ein geeignetes „Opfer“ findet. Und tatasächlich – nach der Pause kommt David zehn Minuten zu spät zurück in den Tagungsraum, damit ist die Hauptrolle besetzt.
Eindrucksvoll wird den Schülern vor Augen geführt, in wie viele Richtungen ein Gespräch gehen kann und welche Wirkung die Körpersprache hat. Am Ende bekommt David Lob von Rita Kowalski, die ihm bestätigt, dass er sich für dieses erste und völlig unvorbereitete Mal gut verkauft hat. „Ein interessantes und auf die Zukunft vorbereitendes Thema“, sind sich am Ende des Trainings alle einig und bedanken sich für die Chance, zu erfahren, was die zukünftigen Auszubildenden in einem Bewerbungsverfahren erwartet. Vielleicht bedeutet es sogar, einen kleinen Vorsprung zu haben…