„Schüler lesen Zeitung“: Lehrer planen schon für die nächsten Abschnitte

Von
Michael Wien
An der Aktion der Verlagsgruppe Rhein-Main, unterstützt vom Papierhersteller „Norske Skog“, hatten allein in den Verbreitungsgebieten der „Main-Spitze“ und der Wiesbadener Zeitungen „Kurier“ und „Tagblatt“ 1880 Schüler der Klassenstufen drei, vier und acht bis zehn teilgenommen. Und wie. Beim Gedankenaustausch unterstrichen alle Pädagoginnen, der Erfolg sei sehr bemerkenswert, zumal er durchschlage, das heißt Grundlagen gelegt habe, auf denen nicht nur im Unterricht aufgebaut werden könne. Kinder und Jugendliche nehmen Erfahrungen für ihr Leben mit.
Viele besäßen Eltern, die Abonnenten oder immerhin gelegentliche Leser der Tageszeitung sind. Doch selbst sie verfügten nicht durchweg über Erfahrung, dieses Angebot auch für sich selbst zu nutzen.
Desto bemerkenswerter sei der Hunger, mit dem sie den Aufbau des Mediums entdeckt und sich sodann Inhalte, zunehmend nach persönlichen Bedürfnissen sortiert, zu eigen gemacht hätten. Sehr viele seien von elektronischen Medien abhängig, aber bislang kaum Leser gewesen. Die Lektüre der Zeitung habe ihre Bereitschaft geweckt, auch Bücher zu lesen. Auch die Lust, sich schriftlich mitzuteilen, sei gewachsen. Selbst eine Zeitung zu „basteln“, eine Schülerzeitung zu gründen, waren bald Anliegen. Für die Tageszeitung zu schreiben und sich dort entgegen selbstkritischer Befürchtungen tatsächlich veröffentlicht zu sehen, gibt weiteren Auftrieb. All das verstärkt die Erkenntnis, dass das Leben mehr bietet als abwechselnd vor Mattscheibe oder Computer zu hängen. Die „Main-Spitze“ hat Sonderseiten mit Schülertexten veröffentlicht, weitere nehmen Gestalt an.
Das von der medienpädagogischen Agentur „Pro Media“ im Auftrag der Verlagsgruppe überstellte Unterrichtsmaterial, Anregungen für eine kind- und jugendgerechte Auseinandersetzung mit der Zeitung, erfüllt offenbar seinen Zweck. Klassen- und Fachlehrerinnen bestärkten einander darin, künftig Kollegen aus unterschiedlichsten Fächern für eine Mitarbeit zu gewinnen. Lese-, Schreib-, immer umfassendere Sprachkompetenz bereicherten den Unterricht in allen Fächern. Auch bis dahin zurückhaltende Schüler entdeckten Chancen, sich einzubringen. Nur dieser Abschnitt des Projektes geht zu Ende. Die „Main-Spitze“ teilt in Kürze Anmeldungswege und -fristen für den nächsten mit.