SCHÜLER LESEN ZEITUNG Gonsenheimer KKRler informieren sich über Beruf des „Airport Duty Managers“

MAINZ/FRANKFURT. Stoßzeit am Frankfurter Flughafen. Im Minutentakt landen und starten Flugzeuge. Überall in den großen Fluren und Hallen der Terminals bewegen sich Menschen, Koffer und Mitarbeiter. Wohin man schaut herrscht emsiges Treiben. Flughafen bedeutet aber nicht nur einchecken und auschecken. Der größte Teil der Arbeit läuft für die Passagiere unbemerkt ab. Der funktionierende und störungsfreie Ablauf wird hinter dem Geschehen geregelt. Zuständig dafür ist unter anderem Tanja Kamphues, eine der 16 Airport Duty Manager, die im Schichtdienst für Sicherheit und Ordnung im Tagesablauf auf Europas viertgrößtem Flughafen sorgen.

Airport Duty Manager ist kein Ausbildungsberuf, sondern man benötigt dafür eine mehrjährige Arbeitserfahrung beim Flughafen. So kam auch Kamphues zu der Stelle: Sie stieg mit einem Saisonjob ein und arbeitet nun seit 30 Jahren am Flughafen. Über die Jahre hat sie sich durch Weiter- und Fortbildungen hochgearbeitet und ist nun seit fünf Jahren als Airport Duty Manager tätig. Gemeinsam mit ihren Kollegen sitzt sie im Büro des Airport Duty Managements, das über eine unscheinbare Seitentür erreicht wird, und agiert als Schnittstelle zwischen Firmen, Behörden und Fluggesellschaften. Durch mehrere Monitore in der Zentrale bekommt sie alle wichtigen Daten angezeigt. So sind auf einem die Grundrisse der Start- und Landebahnen sowie des gesamten Rollfeldes dargestellt. Etliche, sich farblich unterscheidende Punkte zeigen abhebende und ankommende Flugzeuge sowie sämtliche Bewegungen einzelner Fahrzeuge auf dem Rollfeld. So können die Airport Duty Manager stets verfolgen, ob alles reibungslos ineinandergreift und wenn nötig sofort handeln. Um die Gesamtsituation richtig einschätzen zu können, gibt es Bildschirme, die vom Deutschen Wetterdienst aktualisiert werden. Des Weiteren können die Airport Duty Manager die vielen Kameras innerhalb der Terminals und im Außenbereich des Flughafens ansteuern. Zwischen die sich ständig aktualisierenden Daten schallen hin und wieder Stimmen des Funkverkehrs der Kollegen aus kleinen Lautsprechern der Telefonanlage durch den Raum. Diese vervollständigen die Kontrolltätigkeit. Doch die Arbeit des Airport Duty Managers liegt nicht nur im Innen- sondern auch im Außendienst. So gehören zum Beispiel die täglichen Kontrollfahrten auf dem Vor- und Rollfeld dazu. Durch die geschulten Augen der Airport Duty Manager sehen sie selbst bei Tempo 80 kleinste Gegenstände wie Müll oder tote Tiere, die zur Gefahr für den Flugverkehr werden können. So kommt es manchmal vor, dass sie einen überfahrenen Hasen oder einen in die Turbinen geratenen Vogel vom Rollfeld auflesen müssen. „Das ist kein schöner Anblick, gehört zum Job aber leider auch dazu“, so Kamphues. Selbst nachts, wenn wegen des Flugverbotes keine Flugzeuge starten, herrscht reger Betrieb auf den Baustellen, die ebenfalls vom Airport Duty Management überwacht werden. Diese gesperrten Bereiche sind farblich rot hinterlegt, damit sie sich deutlich vom Rest abheben. Am Ende der Schicht wird sowohl technisch als auch manuell eine Art „Klassenbuch“ geführt, in dem die Tätigkeiten und Besonderheiten protokolliert werden. Auch wenn wir Reisende hiervon nichts mitbekommen, so steigen wir mit dem Wissen ins Flugzeug ein, dass unsere Sicherheit nicht nur von den Piloten und den Fluglotsen gewährleistet wird, sondern auch Menschen wie Tanja Kamphues noch ein geschultes und stets waches Auge auf alles werfen.