REHABILITATION Schlaganfallpatienten müssen sich zurück ins Leben kämpen

Von Luca Augustiani

MAINZ-BINGEN. Am Tag davor war noch alles ganz normal. Helga Krause (57 Jahre alt) geht am Abend ins Bett und am nächsten Morgen ist alles anders. Diagnose: Schlaganfall. Der Schlaganfall ist eine plötzliche, kurzzeitige Durchblutungsstörung im Gehirn, die schnellstmöglich von einem Arzt behandelt werden sollte, da die betroffene Person sonst sterben kann. Die bleibenden Schäden, die bei einem Schlaganfall entstehen können, sind, wenn überhaupt, nur durch medizinische Hilfe zu beheben. Als Helga Krause im Krankenhaus wieder aufwacht, kann sie sich nicht mehr bewegen. Sie fragt ihre Familie, wo sie sei, jedoch können die Familienmitglieder diese Frage nicht beantworten, da sie Helga Krause gar nicht verstehen und nur Geräusche wie ,,Dun Dun Dun Dun“ zu hören sind. Nach einem Schlaganfall können folgende Symptome auftreten: eine schlechte Wahrnehmung der Umwelt und des eigenen Körpers, befremdliches Gefühl/ Empfinden, Sprachstörungen, allgemeine Verwirrung, fehlende Orientierung, Schluckstörungen und teilweise Lähmungen. Die Familie versucht Helga Krause zu erklären, dass sie in der Nacht einen Schlaganfall gehabt habe und dass sie nicht mehr sprechen und laufen könne. Um bei einer Person die Schäden eines Schlaganfalls zu beheben, helfen die Fachärzte der verschiedenen Kategorien. Beim Beheben der Schäden im Sprachzentrum hilft der Logopäde mit praktischen Übungen zum Alphabet, aber auch zum Stärken der Sprechmuskulatur. Beim Laufen unterstützt der Physiotherapeut die Patienten, zum Beispiel durch Übungen auf dem Laufband. In der Woche danach hat Helga Krause noch sehr starke Schmerzen im Arm und im Hüftgelenk. Ursache dafür ist unter anderem die Fehlhaltung aufgrund der einseitigen Lähmungserscheinungen. Um Helga Krause so gut wie möglich zu unterstützen, kommt ihre Familie jeden Tag. Mit ihr üben sie fast jedes Mal das Lesen und Sprechen von „einfachen Wörtern“. Um ihre gewohnten Fähigkeiten wieder zu erlernen, gelangen die Patienten oft an ihre Grenzen und sind danach sehr erschöpft. Ein Schlaganfall ist nicht nur für die Betroffenen eine schwere Angelegenheit, sondern auch für die Angehörigen und ihr weiteres Umfeld. Um einen Einblick in deren Gefühle zu erhalten, wurde eine Person befragt, deren Mutter einen schweren Schlaganfall erlitten hat. „Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie von der Diagnose erfahren haben?“ Die Antwort darauf war: ,,Für mich ist im ersten Moment die Welt zusammengebrochen, weil ich meine Mutter sehr lieb habe, und danach kommen dann halt die Ängste und Fragen. Schafft sie es oder schafft sie es nicht? Solche Sachen halt.“ Das Leben ist viel zu kurz, um zu bereuen, was man falsch gemacht hat, denn was passiert ist, ist Geschichte und nichts kann die Zeit zurückdrehen! Drum versuche, das beste daraus zu machen.

Der Autor ist Schüler der Klasse 8c, Gynmasium Nackenheim