Drei Klassen der Dr. Obermayr-Grundschule wollen alles zum Thema Zeitung wissen

Von
Patrick Körber
Zunächst: Es gibt nichts, was Kinder nicht wissen wollen. Drei Klassen der Jahrgangsstufe 4 der Dr. Obermayr-Grundschule beteiligen sich am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ der Verlagsgruppe Rhein-Main. Und die Fragen der Grundschüler zeigen, dass sie sich gründlich mit dem Thema Zeitung auseinandergesetzt haben. Wann gab`s die erste Zeitung?, Warum ist so viel Werbung im Blatt?, Wer denkt sich die Kreuzworträtsel aus? Warum ist die Zeitung samstags dicker? Nun, diese Fragen sind noch leicht zu beantworten. Doch ein Junge will wissen: „Ist Redakteur eine schwere Arbeit?“ „Es gibt immer Tätigkeiten, die dem einen leichter, dem anderen schwerer fallen“, so der Versuch einer Antwort. „Wann stehen Sie morgens auf?“ „Da der Arbeitsbeginn zwischen 10 und 10.30 Uhr liegt, so gegen 8.30 Uhr.“ Jubel und Erstaunen unter den Kindern. Doch die Begeisterung ebbt schnell ab, als sie erfahren, dass der Dienst erst zwischen 19.30 und 20 Uhr endet.
Ein Bub findet es unlogisch, dass die Zeitungen berichtet haben, an welchem Ort in Norwegen eine Samenkammer gebaut wird, die eine Katastrophe auf der Erde – etwa einen Atomkrieg – überstehen soll. „Wenn dann einer weiß, wo die liegt, kann er die doch zerstören.“ Wieder der Versuch einer Antwort: „Vielleicht ist das Interesse gar nicht so groß, gezielt die Samenkammer zu zerstören.“
Als wirkliches Rätsel stellen sich für die Kinder die Kürzel heraus, die vor der versal gedruckten Ortsangabe stehen. Ein Mädchen vermutete dahinter eine genauere Ortsangabe. Ein Junge mutmaßte, dass die Abkürzung „pak.“ für „Park“ steht. Nein, nichts dergleichen, die für den Text verantwortlichen Autoren kürzen so ihren Namen ab.
Die Kinder, die über einen Zeitraum von drei Wochen den Kurier oder das Tagblatt in die Klasse geliefert bekommen, berichteten aber auch, was ihnen in der Zeitung gefällt und was sie nicht gerne lesen. Die Kinderseite, die immer samstags im Journal erscheint, kommt wegen der Rätsel und Witze bei allen gut an. Nur „wenn Kinder selbst schreiben, ist das manchmal langweilig“, findet Shalimar. „Ich interessiere mich für amerikanische Politik“, bekennt der zehnjährige Paul. Auch wenn Obama oder Clinton die Vorwahlen gewännen, würden sie nicht gleich Präsident. „Die müssen erstmal gegen so einen alten Typ gewinnen.“ Jedoch ist das Interesse an Politik bei den meisten noch nicht so ausgeprägt. Stattdessen kommt das Magazin im Kurier gut bei den Kindern an. „Das ist spannend“ findet Luis. „Weil es da um Leben und Tod geht“, ergänzt Lea. Und Maxi meint, sie finde meine Artikel am besten. Sehr schmeichelhaft. Am Ende steckt sie mir noch ein Briefchen zu, mit drei Witzen für die Kinderseite.
Vor dem Projektstart haben einige Kinder noch nie Zeitung gelesen. „Ich fand das vorher langweilig. Heute aber spannend“, sagt Paul. Und Leonie hat ein ganz anderes Problem: „Mein Vater bunkert morgens die Zeitung. Und wenn er aus der Backstube kommt, nimmt er sie immer mit zum Mittagsschlaf.“ Begleitend zum Unterricht besuchen die Kinder auch die Druckerei und – organisiert vom Projektpartner Fraport – den Flughafen.