Der Wiesbadener Gerriet Groth baut Geigen und Celli und liebt die Verbindung zur Musik

WIESBADEN Überall liegen Holzspäne und Hobel herum. An der Wand hängen die halbfertigen Geigen und Celli. Das ist die Werkstatt von Gerriet Groth, einem von rund 90 Geigenbaumeistern in Deutschland.
Geigenbau hat eine lange Tradition. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert (wenn nicht noch früher) wird dieser Beruf ausgeübt. Und ein Geigenbauer hat viel zu tun: Alle 60 bis 80 Jahre muss ein Instrument von Grund auf überholt werden. Aber auch andere Sachen wie Restaurieren, Reparieren und neue Instrumente herstellen sind gefragt. Um diese Aufgaben zu erledigen muss ein Geigenbauer viele handwerkliche Arbeiten machen können. Unter anderem gehören dazu: Hobeln, Schnitzen, mit einer Ziehklinge arbeiten, Feilen, Raspeln, Anpassen und er sollte das Instrument natürlich auch spielen können. Das alles reicht aber noch nicht ganz, denn dieses alte Kunsthandwerk erfordert ebenso Erfahrung wie Fingerspitzengefühl. Der Geigenbauer muss zudem noch wissen, wie das Holz verarbeitet und wo es hergestellt wurde.
Für den Bau einer Geige (oder eines Cello) ist es wichtig, verschiedene Klangfarben hinein zu bekommen. Der Geigenbauer muss sich schon vorher überlegen, wie viel Bass, Mezzosopran etc. das Instrument erhalten soll. Dabei spielt das Holz auch eine sehr wichtige Rolle. Meistens wird Ahorn, Fichte und Ebenholz verwendet.
Ein Geigenbauer muss also ziemlich viel für seinen Beruf lernen. Das tun die meisten an den bekannten Geigenbauschulen im Bayrischen Mittenwald. Die Ausbildung dauert hier dreieinhalb Jahre. Die Ausbildung kann auch drei Jahre in einem Geigenbaubetrieb erfolgen, schließlich gibt es an der im Jahr 1858 gegründeten Staatlichen Berufsfachschule für Geigenbau und Zupfinstrumente nur Ausbildungsplätze für zwölf Geigenbauer und vier Zupfinstrumentenmacher. Fast 90 Prozent der Geigenbauer kommen aus diesen Schulen. Die lange Tradition und das viele Handwerk machen diesen Beruf so faszinierend. Zu sehen, wie und aus welchen Stoffen ein Instrument entsteht, ist unglaublich interessant. Nicht umsonst verbinden viele Geigenbauer mit ihrem Beruf Kunst und Handwerk.
Johanna Boppré, Klasse 8 e der Gutenbergschule, Wiesbaden.