Schüler machen sich „Main-Spitze“ zunutze

Von
Michael Wien
„Die Zeitung ist das aktuellste Schulbuch, das es gibt.“ Diese von Ralf Foltz formulierte Erkenntnis verblüfft erfahrene Zeitungsleser nicht. Doch im Rahmen des Projektes „Schüler lesen Zeitung“ werden im September wieder Jugendliche der Klassen acht bis zehn des Kant- und des Planck-Gymnasiums, der Mittelpunktschule Trebur und der Anne-Frank-Schule Raunheim diese Erkenntnis ganz neu für sich gewinnen.
Sechs Wochen lang beschäftigen sie sich intensiv mit der „Main-Spitze“ und verfassen dabei auch selbst zu den verschiedensten Themen Artikel, die hier veröffentlicht werden, für alle Leser am Logo der Aktion gut zu erkennen, die vom Papierhersteller Norske Skog und der Nassauischen Sparkasse unterstützt wird. Foltz, der pädagogische Leiter des bundesweit tätigen Unternehmens „ProMedia“, das im Auftrag unseres Verlages die Aktion organisiert und hochwertiges Unterrichtsmaterial erarbeitet hat, beschrieb am Dienstag in Wiesbaden vor etwa 50 Lehrern aus Rüsselsheim und der Landeshauptstadt Anliegen, Ablauf und mögliche Ergebnisse des Zusammenwirkens mit ihnen. Als Maßnahme zur Leseförderung gestartet, sei aus „Schüler lesen Zeitung“ eine noch tiefer gehende Bildungsinitiative geworden. Kinder und im kommenden Abschnitt eben Jugendliche aus Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien befassten sich in der Auseinandersetzung mit der lokalen Tageszeitung mit Themen aus ihrem unmittelbaren Umfeld. Dabei lernten sie nicht nur Formen der Berichterstattung von der Meldung bis zum Hintergrundbericht oder Kommentar kennen. „Sie erwerben sich die Technik, die sie ebenso brauchen, wenn sie andere Medien kritisch hinterfragen und etwa im Internet nicht nur spielen oder zu kommunizieren, sondern ihren Vorrat an Wissen erweitern wollen.“
Die Schüler erhalten sechs Wochen lang täglich kostenlos ihr persönliches Exemplar der „Main-Spitze“ und werten es im Unterricht aus. Lokales, Sport, Kultur, Politik, Wirtschaft – in vielen Fächern kann die Flut von Informationen gesichtet, sortiert, genutzt werden. Gesellschaftskundlich hinterfragt werden Darstellungsweise sowie Stellenwert, Macht oder Ohnmacht von Medien. Redakteursbesuche in den Klassen und ein Besuch im Druckzentrum lassen die Schüler hinter die Kulissen schauen, bevor sie selbst ans Recherchieren und Schreiben gehen.