Viertklässler in Oberdiebach lesen im Unterricht die AZ/Redakteur zu Gast in der Schule

Von
Gerhard Grunwald
Wie wird man Journalist? Was muss man alles beachten, wenn man eine Zeitung herstellt? Wie viele Exemplare werden jeden Tag gedruckt? Diese und viele andere Fragen mehr hatten sich die Jungen und Mädchen aus der 4a und der 4b einfallen lassen. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Beate Schön und Heidrun Arndt nehmen sie an dem Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teil, in dessen Verlauf natürlich auch der Besuch eines AZ-Redakteurs in der Klasse zum festen Programm gehört.
Freundlich-musikalisch fällt die Begrüßung aus. Die Schüler der 4a singen zu Gitarrenbegleitung ein „Zeitungslied“ und haben sich über den vorliegenden Text hinaus noch zwei eigene Strophen einfallen lassen. Toll, der erste Schritt in den Journalismus ist bereits getan. Halt, so leicht geht es dann doch nicht. Ein Praktikum in der Redaktion, möglichst daran anschließend eine freie Mitarbeit wären schon empfehlenswert, wenn der Berufswunsch Redakteur lautet. Klar, dass eine fundierte Schulausbildung, möglichst auch ein Studium, zu einem erfolgreichen Einstieg in den begehrten Medienjob dazugehören.
Es gibt an diesem Vormittag kaum ein Thema, das nicht von den wissbegierigen Jungen und Mädchen angeschnitten würde. „Worüber schreiben Sie?“, will Leonard wissen. Nun, ein Lokalredakteur berichtet über all das, was direkt vor der Haustür der Menschen passiert, angefangen von der Ortsgemeinderatssitzung über die Vereinsversammlung, das Schulfest bis hin zum Banküberfall. Dass hin und wieder auch außerhalb üblicher Bürozeiten „in die Tasten gegriffen“ werden muss, versteht sich hierbei von selbst.
Spät am Abend beginnt dann der Job der Zeitungsdrucker. 230000 Exemplare verlassen jede Nacht das Druckzentrum in Mainz-Mombach. Die Viertklässler fangen flugs an zu rechnen, wieviel Zeitungen dies im Jahr sind. Abenteuerliche Zahlen werden in den Saal gerufen, Lehrerin Schön verschiebt die exakte Berechnung auf einen späteren Zeitpunkt.
Dass die Produktion einer Tageszeitung ein kompliziertes Geschäft ist, bei dem viele Rädchen perfekt ineinandergreifen müssen, wird den Schülern an diesem Vormittag schnell klar. Nicht nur spannende und interessante Geschichten sind gefragt, auch der Zeitungsausträger am Ende der Kette muss bei Wind und Wetter zuverlässig seine Aufgabe erfüllen.