Sina Schönbauer nahm 2001 an Schüler lesen Zeitung teil und berichtet über ihre Erinnerung

WIESBADEN Im Jahr 2001 nahm Sina Schönbauer am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teil. Sieben Jahre später ist sie als Praktikantin beim Wiesbadener Kurier und erinnert sich.
Von
Sina Schönbauer
Die bewegendsten Bilder und Geschichten der letzten zehn Jahre füllten die Zeitungen wohl nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001. Ein Tag zuvor begann für mich und meine Mitschüler das Projekt „Schüler lesen Zeitung“, bei dem jeder von uns am Morgen in der Schule einen eigenen Wiesbadener Kurier erhielt, mit dem wir uns im Deutschunterricht beschäftigten. Das Projekt hat mein Interesse am Wiesbadener Kurier und dem Medium Zeitung geweckt.
Damals besuchte ich die neunte Klasse der Rheingauschule in Geisenheim. Ich fand es toll, wie intensiv wir uns mit der Zeitung beschäftigt haben. Wir haben über den Aufbau des Kurier, die unterschiedlichen Arten der Berichterstattung gesprochen und selbst auch Artikel geschrieben. Ganz besonders ist mir der Besuch in der Druckerei in Mainz-Mombach in Erinnerung geblieben. Es war aufregend, spät abends, wenn die Zeitung gedruckt wird, mit der Lehrerin und den Mitschülern einen Ausflug zu machen. In einem Ordner habe ich die Materialien aus dem Unterricht sowie viele Berichte über den Anschlag auf das World Trade Center gesammelt. Den Ordner habe ich als Erinnerung bis heute aufbewahrt.
Durch das Projekt wurde uns Schülern gezeigt, dass Zeitung lesen nicht nur etwas für Erwachsene ist, sondern dass auch wir Jugendliche die „Zeitungssprache“ verstehen können, egal ob es sich um Nachrichten aus dem Lokal-, Wirtschafts- oder Politik-Teil handelt. Nach „Schüler lesen Zeitung“ habe ich auch in meiner Freizeit mehr Zeitung gelesen. Schon morgens bevor es in die Schule ging, hatte ich beim Frühstücken den Kurier neben mir liegen, um mich über die aktuellen Nachrichten zu informieren.
Vor zwei Jahren bin ich für mein Studium nach München gezogen. Seitdem nutze ich die Homepage des Kurier, um mich auf dem Laufenden zu halten. Schon in der neunten Klasse hatte ich viel Spaß am Schreiben und war davon überzeugt, dass Zeitung ein spannendes Medium ist. Diese Begeisterung hat sich bis heute gehalten und mein Interesse am Beruf des Redakteurs geweckt. Während meines Praktikums beim Wiesbadener Kurier hatte ich die Möglichkeit aktiv in einer Redaktion mitzuarbeiten. Nach der morgendlichen Konferenz, in der die Themen für die Ausgabe des nächsten Tages besprochen werden, durfte ich selbst Artikel schreiben. Mir gefiel es besonders, wenn ich zum Schreiben eines Artikels zuvor mit anderen Menschen in Kontakt kam. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, am nächsten Morgen den eigenen Artikel in der Zeitung zu sehen, mit dem Gedanken, dass viele Menschen den Text lesen werden.
Wenn ich heute die Artikel lese, die ich während des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ für den Unterricht geschrieben habe, muss ich lachen. So würde ich mich nach all den gelesenen Artikeln und den praktischen Erfahrungen beim Wiesbadener Kurier nicht mehr ausdrücken. Meine „Zeitungssprache“ hat sich wohl verbessert und die Lust am Schreiben, die ist geblieben.