Simera-Grundschüler haben drei Wochen täglich die Allgemeine Zeitung auf dem Tisch gehabt

Von
Sascha Saueressig
SIMMERTAL Auf dem Schulhof erschallen die Rufe: „Guten Morgen“. Das Gesicht ist bekannt und die erste Frage im Gespräch mit dem Redakteur lautet: „Machen sie wieder ein Foto von uns?“
Drei Wochen lang haben sich die Schüler der vierten Klassen der Simera-Grundschule intensiv mit der Allgemeinen Zeitung beschäftigt – und jetzt wo sich das Projekt dem Ende nähert, bedauern sie, dass es ab Montag keine Zeitung mehr geben wird. „Zeitung lesen ist sehr abwechslungsreich“, meint Henrike. Insbesondere die Gestaltung des Zeitungsheftes hat den Kindern sehr viel Spaß gemacht. „Ich weiß jetzt mehr über die Zeitung“, erzählt Madleine.
Doch auch gelernt haben sie einiges, auch wenn nicht alles einfach und spielerisch war. „Wir wissen jetzt, was der Bruch ist“, erklärt Julia und zeigt auf die gefaltete Zeitung. Björn erklärt kurz was der Anreißer eines Textes ist und wozu die Fenster auf der Titelseite sind. Lisa-Marie zeigt stolz ihre aus Artikeln ausgeschnittene Collage, auf der steht: „Lesen ist toll.“ Was sie jedoch nicht so toll fand, war, in einem Bericht alle Verben anzustreichen. „Das war ganz schön schwer.“ Auch Jonas und Ronja nicken als Lisa-Marie dies sagt.
In der Nachbarklasse sind die Schüler noch eifrig am Schreiben – die Schülerzeitung muss fertig werden. Eine Umfrage haben die Neun- und Zehnjährigen am Donnerstag ausgewertet und verfassen nun ihren Bericht. „Wir wählen aus allen Artikeln für unsere Zeitung ein bis zwei aus, und werden sie dann veröffentlichen“, schildert Klassenlehrer Alexander Pfeifle. Ein Porträt des neuen Sportlehrers, viel Sport, das Wikingerprojekt der dritten Klassen und Antolin haben sich die Viertklässler als Themen ausgesucht.
Doch bis die sechsseitige Ausgabe der „Simera-News“ in Druck gehen kann, kommen noch einige Arbeitstage auf die Grundschüler zu. Redaktionskonferenz, Layout, Artikel- und Bilderauswahl und schlussendlich auch noch die Korrektur müssen gemacht werden. „Aber eines ist sicher, die Ausgabe erscheint vor den Osterferien“, sagt Pfeifle.
„Ich bin froh, dass die Zeitung erfunden wurde“, sagt Kevin und grinst. Es gebe so viele interessante Themen, doch die Wettervorhersage ist seit drei Wochen sein Lieblingsthema. Und damit steht er nicht allein. Gut zwei Drittel aller Schüler der Simera-Grundschule nennen das Wetter als Thema, wenn sie gefragt werden, was ihnen an der Zeitung gefällt. Auch die Blaulichter – nachrichten von Polizei und Feuerwehr – werden regelmäßig genannt. „Das sind Texte, die die Kinder gut verstehen“, erläutert Marita Setz. Diese Artikel seien relativ kurz und klar strukturiert. Das sei dann für die Kinder interessant und gleichzeitig einfach zu verstehen. Einen Kritikpunkt hat Julian, der sich sehr für die Tageszeitung interessiert: „Schreibt nicht immer alles in die Überschrift und Unterzeilen.“ Denn er glaubt, dass viele Leute dann die Artikel nicht mehr lesen würden. „Sie sind zu faul, weiterzumachen, wenn alle Informationen schon in der Schlagzeile verpackt sind.“ Aber, und das hat sich Julian vorgenommen, er wird weiter Zeitung lesen.
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