Gespräch mit dem Rüsselsheimer Manfred Ockel, der seit dem 1. Oktober als Bürgermeister in Kelsterbach arbeitet

Manfred Ockel, ehemaliger Leiter des Rüsselsheimer Umweltamtes, später Erster Stadtrat in Kelsterbach, trat am 1. Oktober sein Amt als Bürgermeister Kelsterbachs an. Der 1959 geborene Politiker hat zwei Kinder: Manuel (14) und Melanie (12).
Das war bestimmt alles sehr aufregend in den vergangenen Wochen, oder?
Ockel: Ja, das war es. Das ist damit verbunden, dass man einen Wahlkampf macht, sich den Leuten vorstellt, seine politischen Ziele vorstellt, jeder
Interview
Verein, auch jede Gruppierung mit dem Kandidaten sprechen will und dann kommt der große Wahlvorgang.
Was macht eigentlich ein Erster Stadtrat?
Ockel: Was auch ein Bürgermeister macht. Er ist politisch verantwortlich für die Verwaltung und für die Repräsentation. Ich habe die Zuständigkeit für das Bauen hier in Kelsterbach gehabt, für Umwelt, Finanzen, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Ich war zuständig für Stadtentwicklung, Bauen, soweit es im öffentlichen Raum passiert. Das Erschließungsgebiet Langer Weg haben wir federführend betreut, einen Haushalt aufgestellt.
Wie ändern sich Ihre Aufgaben als Bürgermeister?
Ockel: Nun bin ich für alles zuständig, neben der Repräsentation für das ganze Rathaus verantwortlich.
Wie kam es dazu, dass Sie als Rüsselsheimer in Kelsterbach Bürgermeister wurden? Hat man Sie vorgeschlagen oder war das Ihre Idee?
Ockel: Also es war so, dass wir ja schon seit vielen Jahren innerhalb der Kommunen im Kreis zusammenarbeiten. Beispielsweise beim Flughafenausbau. Irgendwann mal kam ich ins Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister, Erhard Engisch, und er hat mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, nach Kelsterbach zu kommen. So haben wir das mal weiter überlegt und irgendwann habe ich mich entschieden. Ein neuer Erster Stadtrat musste vom Parlament gewählt werden. Da habe ich dann die Arbeitsstelle gewechselt.
Haben Sie vor, nun nach Kelsterbach zu ziehen?
Ockel: Ja, wir haben gesagt, wenn die Bürgermeisterwahl rum ist, werden wir in Ruhe überlegen, wo wir hinziehen, ob wir ein Haus bauen, mieten oder kaufen. Das entscheiden wir in den nächsten Monaten.
Sie haben einen Termin nach dem anderen. Bleibt genug Zeit für Ihre Familie?
Ockel: Nein. Das ist halt leider so in Zeiten, da man am Tag etwa zwölf Stunden arbeiten muss. Da bleibt nicht mehr so viel übrig. Ich treibe in meiner Freizeit Sportkegeln.
Sie machen auch Sport? Bleibt denn dafür Zeit?
Ockel: Nein, auch dafür nicht mehr genug, das kannst Du Dir vorstellen. Ich habe früher sehr intensiv Volleyball gespielt. Das geht jetzt nicht mehr. Ich schwimme zwei Mal pro Woche. Wenn es irgendwie klappt, springe ich morgens um halb 8 Uhr ins Schwimmbad und schwimme ein bisschen.
Viele Baustellen gibt es in Kelsterbach. Wie kann sich eine Stadt das leisten?
Ockel: Kelsterbach hat hohe Gewerbesteuer-Einnahmen und auch keine Schulden. Und das bedeutet, dass die Stadt mit eigenen Mitteln sehr viel investieren kann. Aber nicht überall wo eine Baustelle ist, bezahlt die Stadt. Das Enka-Gelände beispielsweise gehört einer Firma und wird von privater Seite gerade komplett umgestaltet.
Was haben Sie für Jugendliche vor?
Ockel: Wir haben uns einiges vorgenommen. Zunächst unterstützen wir sehr stark die Vereine, die Jugendarbeit machen. Dann wollen wir den Jugendbeirat neu organisieren und überlegen, ob das Jugendhaus unten der richtige Platz ist oder wir es nicht oben auf das Enka-Gelände ausweiten. Im nächsten Jahr wollen wir einen Skaterpark bauen, direkt am neuen Parkhaus am Südpark, wo wir Jugendlichen neue Spielfläche und Aufenthaltsmöglichkeit bieten wollen.
Niklas Weichwald, 7d