SCHÜLER LESEN ZEITUNG I Emma Fuhr, Klasse 9a, Gutenbergschule Wiesbaden

Citybahn: „Ja“ oder „Nein“? Die Meinungen hier in Wiesbaden sind sehr verschieden. Viele Bürger, gerade aus Wiesbaden-Biebrich, sind gegen eine Citybahn. Aber warum eigentlich? Wir haben im Rahmen des Zeitungsprojekts die Menschen nach ihrer Meinung zur Citybahn befragt, sowohl diejenigen, die für eine Citybahn sind als auch diejenigen, die dagegen sind. Da es ziemlich schwierig ist die Meinung aller Bürger Wiesbadens herauszufinden, geht es in diesem Artikel um die Menschen, die ihre Meinung durch Banner an ihren Zäunen für alle sichtbar machen.

Die Gegner der Citybahn möchten laut unseren Recherchen vor allem, dass das Geld der Bürger für etwas Sinnvolleres genutzt werden soll. Des Weiteren fragen sich viele Bürger, ob die Citybahn überhaupt so stark genutzt wird, dass sich der Bau und das investierte Geld rentieren. Außerdem möchten sie, dass die Schönheit der Biebricher Allee beibehalten wird und nicht Fahrbahnen gestrichen werden, um eine Spur für die Citybahn zu generieren. Die Citybahn würde also nicht für Entspannung im Wiesbadener Straßenverkehr erzeugen, sondern durch sie, also die Fahrbahneinschränkung, würde noch mehr Stau entstehen, so die Überzeugung der Gegner. Zudem wäre Wiesbaden über mehrere Jahre eine große Baustelle. Zusätzlich glauben viele Gegner auch nicht, dass die Menschen, die momentan ihr Auto nutzen auf eine Citybahn umsteigen würden. Das Busnetz sei in Wiesbaden sehr gut ausgebaut und es wäre, viel sinnvoller in Fahrradwege und Elektrobusse, laut den Gegnern der Citybahn, zu investieren.

Die Befürworter haben zum Teil schon lebensgeschichtliche Erfahrungen mit Straßenbahnen und ihnen ist vor allem wichtig, dass öffentliche Verkehrsmittel benutzerfreundlich und attraktiv sind. Außerdem sind die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel vor allem Schüler und Senioren, die kein Auto mehr fahren oder fahren können oder andere, für die es praktischer ist öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Des Weiteren wäre die Citybahn eine Entlastung für das belastete Bussystem und dadurch könnte man Busausfälle und das dadurch begründete Zuspätkommen senken. Zudem wären die Busse zu Stoßzeiten nicht mehr so überfüllt und die Citybahn kann auch nicht von Stau aufgehalten werden. Claudia Wesseler und ihr Mann sind Befürworter der Citybahn und haben sogar ihr eigenes Banner entwickelt, weil sie der Meinung sind, dass die existierenden Banner vor allem grüne Wähler überzeugen, die ohnehin von der Bahn überzeugt sind. Durch ihr eigenes Banner wollen sie den Blick noch mehr auf die sozialen Vorteile der Bahn und die ökologischen Vorteile und die Klimafreundlichkeit lenken.

In Deutschland herrscht eigentlich das Recht auf Meinungsfreiheit, jedoch muss Claudia Wesseler sich persönlich heftigen Gegenreaktionen stellen, wie z.B. „Sind Sie etwa für die Verwüstung der historischen Stadt Wiesbaden?“ An diese Frage erinnert sie sich negativ zurück, allerdings war dies nicht der einzige Vorfall. Das erste ihrer Banner wurde schon wenige Stunden nach dem Aufhängen entwendet und das war auch der Fall bei Nachbarn ein paar Häuser weiter. Es ist sehr schade, wenn sich so etwas ereignet und die Leute behindert werden ihre Meinung kundzutun. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb viele kein Banner an ihrem Zaun, sowohl für als auch gegen die Citybahn haben, weil sie einfach Angst vor den Reaktionen ihrer Nachbarn haben.

Abschließend als Fazit kann man also sagen, dass die Meinungen der Bürger sehr verschieden und auch unterschiedlich begründet sind. Der eine Teil hat Angst, dass seine Steuergelder nicht für eine sinnvolle Investition genutzt wird und die andere Seite möchte öffentliche Verkehrsmittel attraktiv und benutzerfreundlich machen.