„Schüler lesen Zeitung“ hat sechs Wochen lang den Unterricht bereichert

Das Wichtigste vorneweg: Es hat allen Spaß gemacht, Lehrern wie Schülern. „Wir hatten Top-Mitarbeitswerte“, freut sich etwa Björn Reinhard von der Fritz-Straßmann-Realschule, der mit seiner achten Klasse an dem Projekt teilgenommen hat. Sechs Wochen lang bekamen seine Schüler Morgen für Morgen die AZ, um darin zu blättern, zu lesen und sie in den Unterricht zu integrieren. „Am Anfang war ich skeptisch, ob ich meine Schüler begeistern kann“, gesteht Reinhard. „Aber unglaublich – die haben alles gelesen, was ihnen vor die Nase kam.“
Ähnliche Erfahrungen haben auch die anderen Teilnehmer gemacht – insgesamt waren 30 Klassen aus zehn Schulen mit dabei. Ganz unterschiedlich und kreativ führten die Lehrer ihre Schüler an das Thema Zeitung heran – mit Ratespielen, dem Archivieren von Artikeln, mit dem Schreiben eigener Beiträge. Etliche Arbeiten von Schülerreportern hat die AZ bereits veröffentlicht.
Positiv wurde auch das „Rahmenprogramm“ bewertet. Die Schulklassen durften Redakteure in ihren Unterricht einladen, das Druckhaus der Verlagsgruppe in Mombach besichtigen oder den Projektpartnern Eckes-Granini und Boehringer einen Besuch abstatten – wobei deren Werksfeuerwehr ein „Renner“ war.
Vor allem der Lokalteil, die Sportseiten (und das Kreuzworträtsel) hätten die Schüler angesprochen, berichten die Lehrer. Und gerade für die vielen ausländischen Schüler der Goethe-Hauptschule sei das, was außerhalb Deutschlands in der Welt passiere, von großem Interesse gewesen, berichtet Birgit Nikodemus. Nach den sechs Wochen, in denen die AZ zum Schulalltag geführt hat, steht eines fest: „Sie fehlt unseren Schülern richtig.“