Niersteiner Realschüler besuchen Ingelheimer Unternehmen und lernen dort spielerisch verschiedene Berufe kennen

Von Beate Schwenk

NIERSTEIN/INGELHEIM. Wie arbeitet ein mittelständisches Bauunternehmen? Welche Jobs gibt es dort und welche Ausbildungsberufe? Was genau machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Büros und auf den Baustellen? Einen Einblick in Struktur und Abläufe verschafften sich 27 Achtklässler der Niersteiner Carl-Zuckmayer-Realschule plus bei der Ingelheimer Bauunternehmung Gemünden. Im Rahmen der Aktion „Schüler lesen Zeitung“ wurde nicht nur der Verwaltungskomplex besichtigt, trotz frostiger Temperaturen gab es zum Schluss noch einen Ausflug auf den Betriebshof.

Projekte und Weiterbildung Vorgestellt

Der Besuchstag begann für die Gäste aus Nierstein mit einer kurzen Einführung im Bürogebäude. Personalleiterin Katrin Doré und Carolin Hahn, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens, stellten Projekte, Ausbildungsberufe und Weiterbildungsmöglichkeiten vor. Katrin Doré erklärte den Schülern, dass die Firma Gemünden sowohl Maurer als auch Kaufleute ausbildet, von denen sich viele später weiterbilden und spezialisieren. Die Gäste erfuhren darüber hinaus, dass das Ingelheimer Unternehmen beim Bau der Mainzer Synagoge ebenso mitgewirkt hat wie beim Projekt „Niersteiner Schloss“. Zurzeit errichte das Unternehmen den Rohbau des „Grand Tower“ in Frankfurt, das mit 172 Metern höchste Wohngebäude Deutschlands. Dass Gemünden nicht nur Mitarbeiter beschäftigt, die auf den Baustellen Hand anlegen, erfuhren die Jugendlichen bei einer „Berufsschnitzeljagd“. Aufgeteilt in Gruppen, besuchten die Realschüler verschiedene Abteilungen wie Sekretariat, Kalkulation oder Einkauf. Dort befragten sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um sich ein Bild von deren Arbeitsplatz zu machen. Außerdem sollte jede Gruppe eine Aufgabe lösen und die Lösung später im Plenum ihren Mitschülern vorstellen. Eine Gruppe verglich anonyme Bewerbungsunterlagen und erstellte anhand der Inhalte eine Prioritätenliste. Eine andere Gruppe war mit einer praxisbezogenen Rechenaufgabe befasst. Die Schüler mussten kalkulieren, wie viel Zeit und Material für das Betonieren einer vorgegebenen Fläche zu veranschlagen sind. Nach der Präsentationsrunde hieß es für die Jugendlichen, sich schön warm einpacken. Nun nämlich ging es auf den Betriebshof des Unternehmens, wo die Klasse einem angehenden Maurer bei der Arbeit über die Schulter schauen konnte. Trotz Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt durften die Achtklässler sogar selbst zur Kelle greifen und unter fachlicher Anleitung eine Probewand in die Höhe mauern. Außerdem besichtigten sie diverse Fahrzeuge, Geräte und Maschinen, von denen einige sonst tagsüber nicht unbedingt auf dem Betriebshof parken. Doch bei Minustemperaturen können bestimmte Arbeiten auf dem Bau nicht durchgeführt werden, und so stehen in der Frostperiode ausnahmsweise mal hier und dort die Räder still.