CDU-Landtagsabgeordnete Marion Petri über die Zukunftsaussichten für Wiesbadens Jugendliche

WIESBADEN Jugend und Politik – passt das zusammen? Definitiv! Denn wer sich engagiert, bekommt auch etwas zurück. Marion Petri (32 Jahre alt), seit zwei Monaten Landtagsabgeordnete, ist schon seit zehn Jahren in der Politik aktiv. Wir haben ihr mal auf den Zahn gefühlt und uns bei ihr nach der Zukunft für Wiesbadens Jugendliche erkundigt. Um ein Gespräch mit der Politikerin zu führen, trafen wir sie im Hessischen Landtag.
Wenn es nach Marion Petri (CDU) geht, gibt es in Wiesbaden bald ein neues Jugendzentrum. Sie möchte unbedingt eine Möglichkeit für Jugendliche schaffen, sich unverbindlich mit Freunden treffen zu können. Doch dazu fehlen im Moment noch Geld und Räumlichkeiten.
Bei unserem Besuch ging es außerdem um das Thema Bildung. Marion Petri würde sich über eine Universität in Wiesbaden freuen, da das ihrer Meinung nach die Zahl der jungen Leute weiter steigen ließe. Sie sagt jedoch auch: „Es wäre nicht gut, wenn hundert Prozent eines Jahrgangs studieren würden, das wäre für eine Vielzahl der jungen Menschen nicht gut, weil es gar nicht ihren Neigungen und ihren Fähigkeiten entspricht und es wäre auch für eine Gesellschaft nicht gut, weil wir beispielsweise nicht ausschließlich Richter brauchen.“
Zum Thema der verkürzten Gymnasialzeit („G8“) ist die Politikerin positiv eingestellt: Sie sieht in dem früheren Schulabschluss die Möglichkeit, sich freier zu entfalten und zum Beispiel einen Urlaub vor dem Studium oder der Ausbildung einzuschieben. Den Lehrplan der „G8“-Schüler kenne sie allerdings nicht, gab die Politikerin zu.
Hauptschulen zu schließen kommt für Marion Petri nicht in Frage. Sehr ernst nimmt sie die Möglichkeiten der Querversetzung zwischen den verschiedenen Schulformen und des qualifizierten Hauptschulabschlusses. Die Landtagsabgeordnete findet es wichtig, dass auch Leute mit einem Hauptschulabschluss eine Lehrstelle bekommen oder die Chance haben, ihren Realschulabschluss nachzumachen. Leider fehlen im Moment nach wie vor Ausbildungsplätze.
Wenn ihr noch mehr über den Landtag und seine Abgeordneten wissen wollt, dann schnappt euch eure Lehrer und besucht ein Abgeordneten-Planspiel, das die Landeszentrale für politische Bildung entwickelt hat. Hier erfahrt ihr, wie es ist, einer Fraktion anzugehören und was es bedeutet, in einer Partei zu sein. Ihr könnt Ausschusssitzungen abhalten und Podiumsdiskussionen leiten.
Also los, löchert die Politiker die ja auch eure Ansprechpartner sein sollen oder nehmt mit der Klasse mal an einer Führung im Landtag teil. Wir können nur sagen: Es lohnt sich auf jeden Fall.
Thea Courtial und Sarah Dederding, Klasse 9c der Gutenbergschule, Wiesbaden