Die Klasse 4b der Ebersheimer Grundschule beschäftigt sich auf vielerlei Weise mit der AZ

Von
Kirsten Strasser
Ein kleines Geständnis vorneweg – so viel Spaß hat ein Termin schon lange nicht mehr gemacht. Die Jungen und Mädchen legen sich nämlich mächtig ins Zeug, um zu zeigen, was sie alles mit einem Stapel Zeitungen anfangen können. Das geht übers Lesen weit, weit hinaus: Verfressene Zeitungsmonster haben sie daraus gebastelt, oder eigene Zeitungsseiten erstellt. Und: Sie haben gelernt, mit Zeitung Musik zu machen. Ja, richtig gelesen: Die Kinder lassen es so richtig rauschen und rascheln, während sie mit Inbrunst das vertonte Guggenmos-Gedicht singen: „Ein großes, keckes Zeitungsblatt…“
Als kleine, aber coole Zugabe wird der Reim schnell noch gerappt, aber dann müssen harte Fakten aufs Pult. Das Staunen ist groß, als die Kinder erfahren, dass Tag für Tag mehrere hundert Artikel geschrieben oder bearbeitet werden müssen. Oder dass es nur wenige Stunden dauert, bis in Mombach zehntausende AZ-Exemplare gedruckt werden – sie müssen schließlich morgens rechtzeitig in den Briefkästen der Leser stecken.
Ganz besonders erfreulich: Unter den Kindern der 4b – wir reden hier also von neun- oder zehnjährigen Viertklässlern – gibt es schon etliche versierte Zeitungsleser. Fabian etwa, der sich vor allem für die Sport- und Panoramaseiten interessiert. Er liest sie in der Regel jeden Morgen, schon vorm Frühstück. Da sind seine Eltern aber bestimmt froh, oder? „Nö“, schüttelt Fabian den Kopf, „weil mein Vater selbst gerne den Sportteil hätte.“ Auch Raphaela steckt den Kopf gerne zwischen die Zeitungsblätter – ihr steht im Sportteil aber zu viel Fußball drin. „Es gibt ja noch andere Sportarten, über die ich gerne mehr lesen würde – Geräteturnen oder Basketball“, meint das Mädchen. Da kann René nicht ruhig auf dem Stuhl sitzenbleiben: „Nein, ich will Fußball, Fußball!“ Die Kinderseite kommt bei den Jungen und Mädchen übrigens auch gut an.
Lehrerin Anja Hägele freut sich sichtlich über die ansteckende Begeisterung fürs Zeitunglesen, die sie in ihren Schülern geweckt hat. „Spannend ist, zu sehen, wer sich für was interessiert“, lacht die junge Pädagogin, „Da lernt man die Kinder noch einmal von einer neuen Seite kennen.“