SCHÜLER LESEN ZEITUNG Edith-Stein-Schüler besuchen Netzleitstelle der Süwag in Frankfurt, um Einblick in Arbeitswelt zu bekommen

Von Johanna Jadwiczek

HOCHHEIM/MAIN/FRANKFURT. Welche Berufschancen gibt es für Schüler mit körperlicher Behinderung nach ihrem Schulabschluss? Welche Voraussetzungen gelten für die jeweiligen Berufe? Um den Schülern der Klasse in der höheren Handelsschule der Edith-Stein-Schule aus Hochheim das Berufsleben näher zu bringen, besichtigten acht junge Leute im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ die Netzleitstelle der Süwag Energie AG. Der Energieversorger ist Projektpartner und Sponsor für das Leseförderprojekt der VRM, in der auch diese Zeitung erscheint.

In der Netzleitstelle in Frankfurt erhielten die 19- bis 21-Jährigen einen Einblick in das Netzleitsystem und die Aufgaben der Mitarbeiter. „Die Süwag ist ein Versorgungsunternehmen und bietet viele verschiedene Berufsmöglichkeiten. Von Elektriker bis Koch und Presse ist viel vertreten,“ erklärte Schaltmeister Reiner Möller, der die Schüler herumführte.

Gemeinsam mit Trainee Alena Uhrig empfing er die Gruppe und erklärte den Schülern und Lehrern in der Netzleitstelle die grundlegenden Fakten über das System und die Arbeit, die er ausübt. Dabei stellten sowohl Schüler als auch Lehrer interessiert Fragen, wie über das Lösen von Fehlermeldungen oder den Berufsalltag der Angestellten. Außerdem erklärte Möller, welche Voraussetzungen die Schüler haben müssten, um in diesem Bereich arbeiten zu können. „Mindestvoraussetzung ist eine Meisterprüfung. Wenn man zum Beispiel eine Ausbildung zum Elektriker gemacht hat und dann einen Meister dran hängt, entspricht der Meister dem Abitur. Dann könnten Sie studieren und Ingenieur werden, wenn Sie wollen.“ Die Schüler, die ihren mittleren Bildungsabschluss bereits haben, müssten also nicht zwangsläufig auch noch ihr Abitur machen. Diese Abteilung sei auch ein möglicher Arbeitsplatz für Rollstuhlfahrer, erklärte Möller, da das Gebäude barrierefrei sei. „Das sollte mittlerweile Grundvoraussetzung sein.“

Die Schüler verließen die Netzleitstelle zufrieden. „Wir haben auf alle Fragen auch konkrete Antworten bekommen“, erzählte Schüler Kevin Dußmann. Dem schloss sich Mohi Choudari, ein Mitschüler, an. „Es war sehr interessant zu sehen, was für eine große Verantwortung man hat.“ Auch Mitschüler Saweli Norkin, den die Berufsrichtung sehr interessiert, lobte die Präsentation von Reiner Möller. „Im Rahmen des Projekts haben die Schüler viel Zeitung gelesen und sich darüber ausgetauscht“, erzählte Jens Claußnitzer, Abteilungsleiter der Schule. „Der Besuch bei Süwag ist ein Türöffner für die Schüler. Sie lernen, wie sich das Arbeitsvon dem Schulleben unterscheidet und werden auf ihre Zukunft vorbereitet.“