Drittklässler der St. Marien-Schule machen mit bei neuer Staffel von „Schüler lesen Zeitung“

Bur. „Wenn lernen der Sieg des Geistes über den Hintern ist“, – das hat so salopp zumindest einmal ein Professor formuliert – dann wird in der Klasse von Heike Spemann-Naß in der St. Marien-Schule viel gelernt. Gut zwei Stunden lang waren die 25 Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse hoch konzentriert, stellten Fragen an den Mitarbeiter der Sparkasse Worms-Alzey-Ried, Karlfried Appelmann und an den Leiter der Alzeyer Lokalredaktion der AZ, Armin Burkart.
Gestern startete im Alzeyer Verbreitungsgebiet der AZ die neue Aktion „Schüler lesen Zeitung“, an der sich die Sparkasse als lokaler Medienpartner beteiligt. Zuerst einmal ließen sich die Schüler das „Pressefrühstück“ schmecken und auch da ging es sehr diszipliniert zu. Die Tische im Klassensaal waren liebevoll mit weißen Tischdecken eingedeckt, brav der Reihe nach bedienten sich die Schüler am Büfett, da wurde kein Kaba und kein Fruchtsaft verschüttet und nach dem Frühstück wieder sauber die Tische abgeräumt.
Und die Schüler haben auch schon ein Motto für ihre Projektarbeit kreiert: „Zeitung lesen macht Spaß“, stand da in großen Buchstaben an der Tafel und die Buchstaben hatten die Schüler aus Zeitungspapier gefertigt. Überhaupt war der Projektstart ein richtiger Glückstreffer für die Kinder der St. Marien-Schule. Denn in der Montagsausgabe hatte die AZ über das Benefizkonzert zugunsten der Stiftungsgründung berichtet und in der Dienstagsausgabe ausführlich über Sinn und Nutzen der Stiftung selbst informiert. Dieses Beispiel nutzte Armin Burkart auch gleich dafür, den Schülern vor Augen zu führen, wie sinnvoll es ist, wenn man Abonnent der AZ ist: „Da hat man morgens schon auf dem Frühstückstisch die aktuellen Informationen aus der Region und wird auch gleich darüber informiert, was in der Nachbarschaft vor sich geht.“
Kalli Appelmann von der Sparkasse, selbst begeisterter Sportler, Fußballtrainer und Schiedsrichter machte an seinen persönlichen Zeitungsgewohnheiten deutlich, wie nützlich es ist, die Allgemeine Zeitung im Haus zu haben: „Als Banker interessieren mich morgens zunächst die Wirtschaftsnachrichten, die uns schon etwas Sorgen bereiten. Bis vor kurzer Zeit wollte man wissen, wie hoch steht der Dax heute, jetzt muss man besorgt fragen, wie tief ist er denn heute gefallen.“ Als Fußballer schlägt Appelmann dann aber sofort den Sportteil auf und informiert sich, wie beispielsweise die RWO Alzey oder der TSV Gaus-Odernheim gespielt haben und noch viel wichtiger: „Wie hat mein Lieblingsverein, der 1. FC Kaiserslautern, gespielt?“, bekannte Appelmann.
Als Antwort auf die Fragen der Schüler machte Burkart deutlich, wie dicht Freude und Leid im Redakteursberuf oft beieinander liegen. Noch heute, nach über 28 Jahren im Beruf, sei er auch von schweren Unfällen, über die er berichtet, häufig noch persönlich stark betroffen, während er anderseits das tolle Konzert des Landes-Polizeiorchesters Rheinland-Pfalz zur Gründung der Stiftung mit viel Freude genossen habe. „Wie kommt die Zeitung zum Leser?“, eine weitere Frage, die Burkart den cleveren Schülern beantworten musste. Der Redakteur schilderte den Weg der Zeitung, berichtete vom Druck im Mainzer Druckzentrum über das Verladen in die Auslieferungsfahrzeuge, die Fahrt in jede Gemeinde, wo die Zeitungen am frühen Morgen an einem vereinbaren Übergabepunkt von den Zeitungsträger entgegen genommen werden. Dann folgt die Einzelzustellung in jeden Briefkasten bei den Abonnenten.
Lehrerin Heike Spemann-Naß hatte für jeden Schüler eine kleine Überraschung vorbereitet, einen Hefter, in dem in den nächsten drei Wochen viele Zeitungsartikel abgeheftet werden können. Denn an jedem Schultag steht jetzt drei Wochen lang in der ersten Stunde die Allgemeine Zeitung auf dem Lehrplan: „Wir werden uns mit den Überschriften befassen und auch kontrollieren, ob im Text wirklich das steht, was die Überschrift verspricht. Wir werden Artikel lesen, ausschneiden und archivieren und auch mit der Berichterstattung der folgenden Tage vergleichen“, kündigte die Pädagogin an. Drei Exkursionen haben sich die Schüler vorgenommen: Sie besuchen die Sparkasse in Worms, Boehringer in Ingelheim und das Druckzentrum der AZ in Mainz.