BAUSTELLENBESUCH Appenheimer Grundschüler bekommen Arbeiten an Neubauten im Ortskern erklärt.

Von Beate Schwenk    

APPENHEIM. Grundsätzlich  gilt auf jeder Baustelle: „Betreten  verboten!“ Für die Klasse 4a der Appenheimer Grundschule  machte das Ingelheimer  Bauunternehmen Gemünden  am Mittwochmorgen aber eine  Ausnahme. Im Rahmen der Aktion  „Schüler lesen Zeitung“  durften 15 Mädchen und Jungen  die Bauarbeiten in der  Obergasse 3 hautnah mit verfolgen.  Einige Kinder hatten in  den letzten Monaten schon beobachten  können, wie die ersten  Stockwerke in die Höhe  wuchsen. Nun durften sie sogar  einen Blick hinter die Kulissen  werfen.  Bevor Bauleiter Gerd Diehl mit der Führung beginnt, müssen  sich die Viertklässler natürlich  mit der vorgeschriebenen Schutzmontur ausrüsten. Ohne  den obligatorischen Helm geht  auch auf dieser Baustelle  nichts. Das Areal neben der katholischen  Kirche wird zurzeit  komplett neu bebaut. Dort entsteht  ein Komplex mit insgesamt  14 Wohnungen. Voraussichtlich  Anfang kommenden  Jahres werden diese bezugsfertig  sein. Da die Baustelle mitten  im alten Ortskern liegt, ist  vieles zu beachten. „Das ist alles  sehr kompliziert“, betont  der Bauleiter. Man müsse alles  sehr gut absichern, damit die  Nachbargebäude nicht einstürzen.  Interessiert begutachten die  kleinen Baustellenbesucher die  bereits errichteten Betonstützmauern.  „Es ist toll, so etwas  live zu erleben“, stellt Klassenlehrer  Bernhard Lichtenthaeler  fest. Für die Kinder sei das äußerst  spannend, zumal die  Baustelle für einige der Schüler  ja auf dem Schulweg liege. Aus  der Ferne hatten die Kinder bereits  den Abriss des Vorgängerkomplexes  mitverfolgt. Nun  konnten sie sich auf der Baustelle  unmittelbar ein Bild davon  machen, wie das Neubauprojekt  umgesetzt wird. Vier  Häuser werden in der Obergasse  3 gebaut – zwei im hinteren  Teil des Geländes, zwei weitere  direkt an der Straße. Während  man beim ersten Haus schon  im Dachgeschoss angelangt ist,  hat der Bau des letzten noch  gar nicht begonnen. Den Platz  an der Straße braucht man  nämlich als Zufahrt zur Baustelle,  wo unter anderem ein  riesiger Kran bei der Arbeit ist.  Wenn das letzte Haus gebaut  wird, muss der 20 Tonnen  schwere Koloss umgesetzt werden.

Bruchsteinmauer wird abgerissen 

Da es auf der Straße zu eng  ist, wird dann auch der Platz  vor der Kirche für die Bauarbeiten  mitgenutzt. Im Zuge dessen  muss allerdings die kleine  Bruchsteinmauer vor der Kirche  abgebaut werden. „Dürft  ihr das?“, fragt ein Schüler den  Bauleiter überrascht. „Ja“, entgegnet  dieser. „Das haben wir  alles mit der Kirche besprochen.“  Die Mauer werde nach  dem Bau direkt wieder aufgebaut.  Spannend war für die Schüler  auch der Ausflug ins Dachgeschoss,  wo sie aus sicherer Entfernung  verfolgen konnten, wie  Baumaterial mit einer großen  Säge zugeschnitten wird. „Das  ist so, wie wenn Mama einen  Kuchen schneidet“, stellt Bauleiter Diehl einen alltagsnahen  Vergleich an. „Das setzt allerdings  voraus, dass der Kuchen auch so hart ist“, ergänzt der  Klassenlehrer.